Das erste mal mit der eigenen Band auf der Bühne

Live-Setups, Tips für Bühnenmusiker, sowie Fragen zu Proben.

Moderatoren: Moni, Musiker Lanze, toeti

Antworten
Benutzeravatar
toeti
Moderator
Beiträge: 807
Registriert: 28.08.2005 10:01
Wohnort: Herdecke
Kontaktdaten:

Das erste mal mit der eigenen Band auf der Bühne

Beitrag von toeti » 05.05.2006 09:26

Mahlzeit,

viele von uns haben das "erste Mal" sicherlich schon hinter sich gebracht und wissen, dass es sicherlich leichtere Sachen gibt und man eine Menge zu beachten hat.
Für die, die es noch nicht hinter sich haben, möchte ich versuchen hier ein paar, in meinen Augen, grundlegende Sachen anzusprechen um es euch zu erleichtern.
Ich spreche hier aber nicht in erster Linie die Keyboarder an, sondern eher allgemein den Musiker.
Für Keyboarder im besonderen werde ich noch einen extra Text schreiben.

Wenn ich was vergessen haben sollte, werde ich es nachträglich im Post ergänzen, damit man nicht durchscrollen muss.

Für Vorschläge und Verbesserungen bin ich natürlich offen.

In diesem Sinne!

mfG
Thorsten
Zuletzt geändert von toeti am 10.08.2006 22:45, insgesamt 4-mal geändert.
Kein Dingen, Let's Rock
Sonik-Music
Pallium

Benutzeravatar
toeti
Moderator
Beiträge: 807
Registriert: 28.08.2005 10:01
Wohnort: Herdecke
Kontaktdaten:

Vor dem Gig ist nach dem Gig!!

Beitrag von toeti » 05.05.2006 09:40

Vor dem Gig:

Vor der Probe:
Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass Ihr eure Songs ordentlich geprobt haben solltet :D Gehen wir also davon aus, dass Ihr alle eure Parts könnt.
Aber man kennt sich ja selber und sollte ruhig ehrlich zu sich selber sein: Man ist nervös und da kann man schon mal was vergessen. Es kann also nicht schaden, sich ein paar Notizen fertig zu machen, die man sich nachher auf der Bühne neben das Effekt Board, an ne Trommel oder aufs Key klebt.
Ebenso dazu gehört eine Setliste für jeden, damit Ihr nachher nicht auf der Bühne überlegen müsst, was denn nun dran kommt. Das macht sich nicht gut.
Es ist auch nicht verkehrt, wenn man sich anhand dieser Liste überlegt, was man wann sagt. Es ist zwar schön, wenn alles improvisiert klapt, aber wenn dann gar nichts läuft, ist es auch doof.

Wie kommen wir dahin?:
Um diese Frage sollte man sich schon frühzeitig kümmern. Einerseits ist wirklich der Weg gemeint. Also Straßenkarte oder Routenplaner raus und sich den genauen Weg raussuchen.
Es wäre ja doof, wenn Ihr 30min Fahrzeit habt aber schon zwei Stunden vor Eurer Ankunftszeit da seit. Staus und Baustellen sollte man auch einrechnen.
Weiter ist aber auch der Transport gemeint. Wieviele Leute müssen mit, welches Equipment muss mit.
Man kann mit den eigenen Wagen fahren, soweit vorhanden, Eltern oder man leiht sich einen Bulli.

Was nehmen wir denn nun alles mit zum Auftritt?
Die Frage hört sich vielleicht simpel an und man könnte sagen: Jeder sein Instrument, aber dem ist nicht immer so. Spielt man z.B. mit mehreren Bands kann es sinnvoll sein, dass alle über das selbe Schlagzeug spielen und vielleicht auch die gleichen Verstärker nutzen. Oder nur die gleichen Boxen!
Allerdings ist es normal, dass Schlagzeuger ihre Hardware (Snare, Becken, Hi-Hat, Fußmaschiene) selber mitbringen!
Das spart Zeit und Chaos auf der Bühne!
Also vorher klären wie das aussieht. Ebenso zu klären ist, wie es mit der PA und Techniker aussieht. Schön ist es, wenn Ihr an einem Ort spielt, wo sich jemand um genau das kümmert und Ihr wirklich nur noch eure Instrumente und Kabel einpacken müssen. Gegebenenfalls auch die Verstärker!
Was gerne und oft vergessen wird:
Drummer: Stimmschlüssel
Saitenmenschen: Ersatzsaiten, Stimmgerät. Das kann Euch wenn es laut auf der Bühne ist und schnell gehen muss, nur helfen.
Keyboader: Kabel.
Sänger: Haben ja meist nie was :D


Im Proberaum:

Das nehmen wir alles mit zum Auftritt!:
Wenn Ihr den Proberaum verlasst, solltet Ihr nur Sachen mitnehmen, die wirklich einwandfrei funktionieren. Stellt das am besten schon eine Woche vorher fest um zur Not defekte Kabel oder Buchsen noch ersetzen zu können.
Es gibt nichts schlimmeres auf der Bühne, als wenn ein Fehler auftritt und kein Mensch weiß woher er kommt. So könnt ihr euren Kram aber schon einmal aus der Fehlerliste ausgrenzen.

Am Ort des Geschehens:

Vor der Tür:
Es hört sich vielleicht doof an, aber passt auf wo Ihr eure Fahrzeuge hinstellt. Manchmal weiß man ja nicht, ob die PA schon da ist, Catering, oder was es sonst noch so gibt. Da sollte man dann möglichst nicht im Weg stehen.
Ebenso die Feuerwehzufahrtswege. Es ist nicht lustig, wenn nach dem Auftritt auf einmal der Bandbus weg ist 8)

In der Location:
Jetzt laufen alle wie die doofen in den Laden rein?! Nein, genau sowas sollte man vermeiden. Schön geordnet geht Ihr rein und euer Sprecher, was nicht automatisch der Sänger sein muss, sucht sich einen verantwortlichen. Der Rest kann sich ruhig schon umgucken, sollte aber in Rufweite bleiben um die nächsten Schritte planen zu können.
Der Zuständige Herr, den Ihr jetzt hoffentlich gefunden habt, wird euch dann die nächsten Schritte erklären:
Wohin mit eurem Kram, wann seit ihr dran usw.! Oft hat man sowas schon vorher grob geklärt, aber es passiert häufig, dass der Zeitplan nicht passt, weil irgendetwas unvorhergesehenes passiert ist.
Also besser immer Fragen!
Bevor wir dann weiter machen, fragen wir immer erst wo das Klo ist. Gerade als neuling wird man das sicher noch ein oder zweimal brauchen umso Näher der Auftritt rückt!

Aufbau:
Jetzt haben wir unser Equipment vor Ort und beginnen mit dem Aufbaue. Normalerweise hat man als Band ja seine Vorstellungen, wer wo steht und die sollte man wenn möglich auch umsetzen. Alleine um das Gefühl aus dem Proberaum mitzunehmen. Es kann schon ungewohnt sein, wenn man auf einmal auf der anderen Seite des Drumsets steht.
Allerdings kann es auch mal vorkommen, dass sowas aufgrund der Bühnengröße oder sonst was nicht so hinkommt.
Dann bitte keinen Aufstand machen, sondern versuchen sich anzupassen und das beste drauß zu machen. Aufregen hilft da eh nicht weiter.
Beim gesamten Aufbau ist es eh besser, lieber einmal mehr den Techniker fragen! Im Normalfall kennt der sich aus und hat schon wesentlich mehr Erfahrung gesammelt als ihr.
Auch hier gilt wieder: Geordnet aufbauen und jegliches durcheinander vermeiden!

Der Soundcheck:

Allgemeines:
Sinnvoll ist es in meinen Augen, sich vorher einmal kurz mit dem Techniker zusammen zu setzen und sich erklären zu lassen, wie er sich das ganze vorstellt, da unterschiedliche Techniker auch unterschiedlich vorgehen!
Einige Sachen sind aber immer gleich:
Wenn der Techniker irgendetwas sagt, hat das in den meisten Fällen einen Grund. Er wird dafür sorgen, dass ihr vorne einen geilen Sound habt und dabei solltet Ihr ihm helfen. Sprich: Wenn er meint, die Gitarre ist zu laut, dann dreht Ihr sie leiser!
Es spielt nur der, der dran ist!! Manche Musiker haben die eigenart einfach mal loszuspielen, das stört beim Soundcheck aber nur. Also Finger von den Instrumenten. Am besten stellt ihr euch vor die Bühne, dann könnt Ihr zumindest schonmal den Einzelsound begutachten und vielleicht auch wünsche äußern.

Was spiele ich?:
Die Frage hört sich vielleicht auch doof an, ist sie aber nicht.
Als Keyboarder sollte man auf jeden Fall sowohl den leisesten Sound, als auch den lautesten Sound spielen, damit der Mischer weiß, was auf ihn zukommt.
Als Song wählt Ihr am besten irgendetwas leichtes, was man schön durchspielen kann. Angeben braucht Ihr nicht, dass könnt Ihr machen, wenn die Mädels vor der Bühne stehen.
Auch wenn Ihr euch noch nicht so gut, oder vielleicht gar nicht hört, einfach weiterspielen. Selbst wenn da ein paar falsche Töne bei sein sollten. Es geht erstmal nur um den Sound!

Monitoring:
Sind die einzelmusiker mit Ihrem Check durch, spielt meistens die gesamte Band und der Monitorsound wird bearbeitet. Dabei solltet Ihr schon wissen, was ihr unbedingt hören müsst und was nicht.
Ich selber habe noch nie Drums auf dem Monitor gehabt, weil ich eh daneben stehe :D
Einen guten Monitormix hinzubekommen ist nicht einfach. Das gilt für beide Seiten. Also Musiker und Techniker. Deswegen gilt hier wieder: Freundlich bleiben, auch wenn es mal länger dauert, bis das gewünschte Ergebniss zu hören ist.
Fragt euch auch selber, ob ein Instrument wirklich lauter muss, oder ob es nicht sinnvoller ist, den Rest leiser zu machen, denn irgendwann ist auch der Monitor lautstärketechnisch am Ende.
Es ist aber auch angenehmer auf der Bühne, wenn man guten Sound und nicht nur Lärm hat!
Umso öfter man sowas mitgemacht hat umso besser wird es laufen. Erfahrung ist alles.

Vor dem Auftritt:

Wo sind wir?:
Vielleicht habt Ihr glück und es gibt einen Backstagebereich für die Band. Sowas ist eine angenehme Sache, weil man da seine Ruhe hat und von niemandem verrückt gemacht wird. Außerdem liegen die Wertsachen und die Instrumente sicher.
Aber beim allerersten Gig hat man sowas meist nicht. Also setzt man sich zuammen in eine ruhige Ecke und wartet gespannt bis man dran ist.
Schön ist es dann, wenn man entweder jemanden hat, der auch Handy, Schlüssel und so weiter aufpasst, oder man die Sachen zumindest sicher irgendwo hinstellen kann. Dann hat man zumindest ein paar Sorgen weniger.
Das die meisten nervös sind, ist völlig normal und nichts schlimmes.

Fertig machen für die Bühne:
Es ist ratsam, die Sachen, die Ihr auf der Bühne tragt nicht schon den ganzen Abend zu tragen, weil Ihr beim aufbauen und tragen sicherlich schwitzt. Das könnte unangenehm riechen, aber auch nass an einem kleben. Beides ist unschön.
Zieht euch frühzeitig die Bühnenklamotten an, damit das nicht in Hektik ausartet, falls irgendwas nicht passt oder noch zurecht gerückt werden muss.
Nehmt euch am besten auch direkt was zu trinken mit auf die Bühne. Auch als Keyboarder bewegt man sich meist mehr als man denkt und es durch die Bühnenbeleuchtung kann es auch sehr warm werden.

Trinken:
Da wären wir direkt beim nächsten wichtigen Punkt. Es ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden, wenn Ihr euch vorher ein Bierchen trinkt. Dabei sollte es aber auch bleiben. Denn umso mehr Ihr trinkt, umso schlechter werdet Ihr auch spielen und gerade bei Anfängern kann das derbe in die Hose gehen.
In meinen Augen hat Alkohol auf der Bühne eh nichts verloren.

Auf der Bühne:

Getränke:
Wie oben erwähnt. Keinen Alkohol. Aber nehmt euch was mit. Die Lampen können sehr warm werden. Wasser ist immer ganz gut. Das kann man sich zur Nor auch über den Kopf schütten.

Locker bleiben:
Auch wenn man sich mal verspielt, oder der Monitorsound schlecht ist gilt: Locker und ruhig bleiben. Es bringt nichts seinen nebenman auf der Bühne anzumachen. Verspielen kann sich jeder mal und tun die meisten auch. In den meisten Fällen, bekommt das aber nur der Musiker selber mit.
Kritik und Analyse immer nach dem erfolgreichen Gig! Niemals auf der Bühne oder dort, wo es unbeteiligte mitbekommen könnten.

Zugabe:
Die habt Ihr ja auf der Setliste eingeplant! Mehr solltet Ihr auch nicht spielen. Am Ende ist eben Ende. Lasst Euch nicht bequatschen einen oder mehrere Songs nochmal zu spielen. Das kann man vielleicht einmal machen, aber die Leute geben dann keine Ruhe, weil Ihr nicht konsequent seit. Gerade wenn man mit mehreren Bands spielt sollte man sich an die Zeiten halten. Ganz wichtig, sonst gibt es nachher Streß.

Nach der Performance:

Normalerweise freut man sich erst einmal, das der Auftritt toll war, oder man regt sich auf, wie schlimm doch alles war. Zweiteres tut man aber bitte erst, wenn kein Fremder mehr in der Nähe ist.
Sowas geht nur die Band und die Techniker an.

Nachdem sich dann die Aufregung (egal ob positiv ode negativ) gelegt hat, sieht man am besten zu, dass man die Sachen von der Bühne wegbekommt. Sind mehrere Bands da, muss das ganze natürlich schneller gehen, je nachdem, was man gemeinsam nutzt.
Ich persönlich kann erst wieder beruhigt an der Party oder was auch immer Teilnehmen, wenn ich weiß, dass meine Keys sicher verpackt im Case sind und am besten auch schon wieder im Fahrzeug.
Zuletzt geändert von toeti am 11.08.2006 11:31, insgesamt 8-mal geändert.
Kein Dingen, Let's Rock
Sonik-Music
Pallium

Benutzeravatar
toeti
Moderator
Beiträge: 807
Registriert: 28.08.2005 10:01
Wohnort: Herdecke
Kontaktdaten:

Beitrag von toeti » 05.05.2006 10:27

Mahlzeit,

das ist natürlich noch nicht alles :D Ich werde nach und nach ergänzen und vielleicht habt Ihr ja auch noch Vorschläge oder besser sogar Fragen, die ich mir hier noch nicht gestellt habe.

mfG
Thorsten
Kein Dingen, Let's Rock
Sonik-Music
Pallium

mott
Keyboardline Administrator
Beiträge: 1127
Registriert: 09.08.2005 10:49
Wohnort: Ulm
Kontaktdaten:

Beitrag von mott » 05.05.2006 13:43

hi toeti.

das ist ja mal ein absoluter klasse anfang!!

deine beschreibung ist bestimmt einigen hier hilfreich, da du vorallem auch deine eigenen aspekte die du für wichtig empfindest mit einbeziehst.

ich werd mich mal in den nächsten tagen aufmachen einen größeren bericht zum thema keyboards - einsteiger zu verfassen.

muss dazu aber erst mal material usw. sammeln. und dann mal schauen.



mfg mott
Bild

Benutzeravatar
toeti
Moderator
Beiträge: 807
Registriert: 28.08.2005 10:01
Wohnort: Herdecke
Kontaktdaten:

Beitrag von toeti » 30.07.2006 19:53

*update*
kleinigkeiten
Kein Dingen, Let's Rock
Sonik-Music
Pallium

Benutzeravatar
toeti
Moderator
Beiträge: 807
Registriert: 28.08.2005 10:01
Wohnort: Herdecke
Kontaktdaten:

Beitrag von toeti » 10.08.2006 22:46

*update*
1. Post
Kein Dingen, Let's Rock
Sonik-Music
Pallium

Benutzeravatar
toeti
Moderator
Beiträge: 807
Registriert: 28.08.2005 10:01
Wohnort: Herdecke
Kontaktdaten:

Beitrag von toeti » 11.08.2006 11:27

*update*
vor der Probe!
Was nehmen wir mit!
Kein Dingen, Let's Rock
Sonik-Music
Pallium

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste